Rudolf Steiner, sein „Praxisfeld Medizin“ und die Masern-Epidemien der Gegenwart
Vor dem Hintergrund der Masern-Epidemien in Österreich und der Schweiz veröffentlichte Christa Karas in der Wiener Zeitung ein Kurzportrait des Anthroposophie- und Waldorfschulen-Gründers Rudolf Steiner. Karas schilderte Steiner als von einer "schizoiden Persönlichkeitsstörung" geplagten Menschen, zu dessen Hinterlassenschaft außer der „Waldorfpädagogik“ (und manch anderem) nicht zuletzt eine erstaunliche „‘Medizin‘ ohne Wissenschaft“ zähle. (Wiener Zeitung, 4.4,2008)
Rudolf Steiner (1861-1925) – Quacksalber, der über Leben und Tod anderer souverän entscheidet (bis heute)
Die Reaktion der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG) ließ nicht lange auf sich warten. Ihr österreichischer Landesverband wandte sich unverzüglich an die Wiener Zeitung. Diese veröffentlichte daraufhin einen „Einspruch“ der anthroposophischen Organisation. (Wiener Zeitung, 7.4.2008) Darin wird Steiner als großer Wissenschaftler und Philosoph beschrieben. Allerdings gibt es keinen einzigen Satz aus der ca. 350-bändigen Gesamtausgabe des „Meisters“, der für die Wissenschaft oder die Philosophie außerhalb der anthroposophischen Parallelgesellschaft irgendeine Bedeutung erlangt hätte.
Ferner wird von dem Landesverband Österreichs abermals das historische Märchen vorgetragen, die Anthroposophen hätten gegenüber den Nationalsozialisten eine Art Bollwerk der Humanität abgegeben. Nein, Anthroposophen haben kräftig mitgewirkt und noch viel mehr von Ihnen hätten das gerne getan, scheiterten aber mit ihren Anbiederungen an dem Monopolanspruch der Nationalsozialisten.
Just während der noch andauernden Masern-Epidemien, stimmen die Anthroposophen in ihrem „Einspruch“ dann auch noch wie gewohnt den Refrain von den segensreichen „Praxisfeldern“ der Anthroposophie an, der „Waldorfpädagogik“ und Behindertenbetreuung, der „bio-dynamischen“ Landwirtschaft und – natürlich - der anthroposophischen „Medizin“.
Anthroposophische „Medizin“ ist keine Medizin, sondern wie alles „anthroposophische“, eine Kopfgeburt Rudolf Steiners. Zu Beginn der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde dieses „Praxisfeld“ in Windeseile aus dem Nichts geschaffen. Steiner konnte schließlich aufgrund der Hautfarbe eines Menschen dessen „Triebleben“ (Keine Prügel, kein Rassismus) und „Absterben“ erklären. Er wusste anhand der Silhouette eines Schülers, diesem unverzüglich eines von vier Temperamenten zuzuordnen (Hottentotten und Melancholiker). Selbstverständlich war es da in den leuchtenden Augen seiner Anhänger nur zu klar, dass Steiner auch ohne jede medizinische Ausbildung auf den ersten Blick erkennen konnte, warum ein Mensch welche Krankheit erlitt und welche „kosmisch“ gesättigte „Therapie“ anzuwenden war.
Die ganz „individuelle“ Diagnose beruht dabei der Einfachheit halber immer auf dem ein für allemal von Steiner „gesehenen“ universalen Wesen der Krankheit als solcher: Wer ernsthaft krank wird, der hat in einem früheren Leben (einer vorausgegangenen „Inkarnation“), ein schweres Fehlverhalten an den Tag gelegt. Dafür erhält er nun (freilich ziemlich spät) seine gerechte Strafe. Daran ist also aus Steiners „medizinischer“ Sicht nichts auszusetzen und auch nicht viel zu ändern,
„da selbstverständlich nicht gegen das Karma geheilt werden kann“ (Rudolf -Steiner-Gesamtausgabe, zugünftig: GA, Bd. 316, S.121)
Der Kranke ist selber schuld an seinem Unglück und dem anthroposophischen „Arzt“ bleibt nur, das „Karma“ in der traurigen Gestalt des Patienten als Seelsorger für die nächste Reinkarnation positiv zu beeinflussen. Der Arzt ist (wie der Pädagoge) ein Priester Rudolf Steiners „geistiger Welt“. Was den „Mediziner“ dazu befähigt dieses Amt auszuführen,
„dass muss im wesentlichen des Arztes Gesinnung sein.“ (ebd.)
Tatsächlich praktizierte dann Steiner an kranken Menschen seine zum „Arzt“ befähigende „Gesinnung“ und lebte so seinen Anhängern jenes unverantwortlich-menschenverachtende Handeln vor, dass die Anthroposophen in ihren Einrichtungen bis heute nachahmen.
Scharlatanerie in der Praxis: Rudolf Steiner als „Arzt“
Steiner und die seinen begannen damit, Menschen aus dem Stehgreif „anthroposophisch“ zu „behandeln“. Ein Konzept gab es nicht, auch nicht auf dem Papier, aber das war auch nicht nötig. Die „spirituellen“ Begründungen wurden im Laufe der Zeit nachgeliefert. In dem von Steiner und Ita Wegmann gegründetem „Sanatorium“ (der heutigen Ita-Wegmann-Klinik, unweit vom Goetheanum), agierte Steiner nebenbei als „Arzt“, der wesentliche „Behandlungen“ von Patienten bestimmte. Er entschied notfalls über Leben und Tod allein aufgrund seiner irrsinnigen Omnipotenz-Phantasien. Die anthroposophische Klientel war jedoch begeistert, wenn Steiner in Anbetracht eines kranken Kindes die Worte sprach:
„Ich sehe, was ihm fehlt, - ich sehe, was ihm fehlt.“ (Zitiert nach: Zander, Helmut: Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945, Göttingen 2007, S. 1556)
Ja, so seine enthusiastischen Verehrer aus dem zahlungskräftigen Bürgertum,
„ihm (Rudolf Steiner, der Verf.) war es möglich, mit exaktem Hellsehen (sic!) die Ursache der Krankheit zu erforschen (sic!). (...) Somit wird es verständlich, dass die üblichen Diagnosen (wissenschaftl. Medizin, der Verf.) meist hinfällig wurden; denn was sich der Anschauung ergab, war immer das Bild einer ganz speziellen Erkrankung (aufgrund des Karmas, der Verf.) in ganz speziellem Fall (aufgrund des Karmas, der Verf.). Und im Lichte solcher Erkenntnis (sic!) ergab sich zugleich (sic!) die Therapie (sic!).“ (ebd.)
Und die „Therapie“ im „Lichte solcher Erkenntnis“ lautet:
Folgen Sie den Anweisungen ihres Doktor Steiner und seiner Hörigen, spenden Sie einen netten Betrag der Anthroposophischen Gesellschaft und spätestens im nächsten Leben wird alles viel besser. Auch der Erlös aus den Pharmaprodukten sollte unmittelbar der Anthroposophie zu Gute kommen. So wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die später den Namen Weleda erhielt. Und die Empfehlung des „Arztes“ Rudolf Steiner lautete dann z.B. für einen Patienten, der an Lungentuberkulose litt:
„Gehen Sie zur Weleda, die soll ein Präparat aus Baumschwamm, der auf Nadelbäumen wächst, herstellen; es muss dieser ganz harte Baumstamm sein, auf D 10 potenziert. (nur bei Weleda, der Verf.) Die Injektionen müssen dreimal wöchentlich gegeben werden.“ (Ebd., S. 1557)
Wertlose Mixturen als Finanzspritze der „Bewegung“
Der ohne jede Ausbildung als „Arzt“ wirkende Steiner wusste zumindest, wie oft das Präparat der hauseigenen Firma verabreicht werden musste, damit die Mühe des Personals sich auch finanziell für die „Bewegung“ lohnte, unter anderem, um den Bau am Goetheanum zu bezahlen, für den jedes „Opfer“ willkommen war. (Vgl. Theos Opfer) Die Firma Weleda hat nicht nur anthroposophische „Arzneimittel“ vertrieben, sie ist selber ein anthroposophisches Produkt, eines, das Geld bringen sollte und bis heute bringt.
Daher war es auch nicht relevant, dass die Präparate der anthroposophischen „Medizin“ auf keinerlei wissenschaftlicher Forschung basierten. Die Rezepturen der von Steiner, Ita Wegmann und anderen Getreuen gegründeten Pharma-AG variierten teilweise bereits bekannte homöopathische Mittel und waren zum anderen gänzlich willkürliche Phantasie-Mixturen, die ohne jede vorausgegangene experimentelle Prüfung zu stattlichen Preisen an die Patienten/Delinquenten verkauft wurden.
1921 empfahl Steiner Medizinern die Anwendung der "Wünschelrute" als geeignetes Instrumentarium und forcierte gleichzeitig die "Heilmittelproduktion" der anthroposophischen Aktiengesellschaft. Allein innerhalb eines Jahres, von 1921 bis 1922, gelang es den Anthroposopohen 295 Präparate zu erschaffen, ganz allein durch „geistige Schau“ ihrer Erfinder (ebd., S. 1469, 1543). Experimente waren dabei vollkommen überflüssig. Erst viel später wurden Weleda-Produkte Testreihen unterzogen, so z.B. durch den SS-Arzt Sigmund Rascher, der mit Weleda-Frostschutzkreme im Konzentrationslager Dachau Unterkühlungsexperimente an Häftlingen durchführte, wobei er Wert darauf legte, dass keiner der ihm ausgelieferten "Probanden" überlebte.
Sein oder Nichtsein, das ist für Anthroposophen aber ohnehin nur eine Frage des Karmas und letztlich eines vorübergehenden geistigen Aggregatzustands, den Nicht-Anthroposophen gewöhnlich als Menschenleben bezeichnen. Ein solches hat für Anthroposophen hingegen nur relative Bedeutung (vgl. zum Geleit). Absolut gelten allein die „Schauungen“ Rudolf Steiners. Ihre Prinzipien stehen für die gläubigen Eltern bis heute höher als die Gesundheit ihrer Kinder.
Masern-Epidemien als Folge anthroposophischen „Lebensstils“
In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Masern-Epidemien in Europa. Über deren Ursache besteht angesichts der eindeutigen Lokalisierbarkeit der Krankheitsausbrüche und ihrer Verbreitung keinerlei Zweifel. Ausgangspunkt waren Waldorf/Rudolf-Steiner-Schulen. Anthroposophische Lehrer, Eltern und Ärzte sind der Überzeugung, dass Kindern die Erleidung der Masern abverlangt werden müsse. Sie sehen in der Krankheit einen positiven Sinn, der die Persönlichkeitsenwicklung des Kindes bereichere. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung des „Individuums“ für Anthroposophen über das irdische Dasein hinaus in ferne Reinkarnationen reicht. (Schöne Wissenschaften) Es ist also nicht entscheidend, ob das Kind überlebt oder stirbt, sondern nur wichtig, dass es die Krankheit durchleidet.
Anthroposophen sind strikte Impfgegner, was sie unter dem schön klingenden Slogan „individuelle Impfentscheidung“ als humane Haltung und Ausdruck persönlicher Freiheit der Öffentlichkeit präsentieren. Da Krankheiten der Anthroposophie nicht als zu bekämpfendes Übel, sondern als zu akzeptierendes Karma gelten, ist der hippokratische Eid oder die Genfer Deklaration des Weltärztebundes für anthroposophische Ärzte ohne Bedeutung.
Masern werden als “Kinderkrankheit“ bezeichnet. Wenn anthroposophische Ärzte aber ihren Patienten suggerieren, diese Bezeichnung erkläre sich aus der Harmlosigkeit des Krankheitsverlaufs, so ist das grob falsch. Vielmehr sind die Masern derart hochgradig ansteckend, dass ohne Impfschutz eine Infizierung zumeist bereits im Kindesalter erfolgt. Eine Masern-Erkrankung ist kein Pappenstiel, sondern verursacht für jedes betroffene Kind eine schwere gesundheitliche Belastung. Die vermeintlich positiven Aspekte leidender Kinder, die von Anthroposophen gefeiert und ihren Kindern zugemutet werden, können nur als äußerst befremdlich betrachtet werden, um es sehr milde zu formulieren. (Deutlicher: "40_Fieber")
Masern können schwere Folgeschäden nach sich ziehen oder zum Tode führen. Weltweit sterben jährlich ca. 240.000 Kinder an Masern. In Europa hoffte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Jahre 2010 die Masern mittels hoher Impfrate praktisch eliminiert zu haben. Aber sie hat einen Gegner, der dieses Ziel zum Scheitern bringen wird: Die Anthroposophie. Dank Rudolf Steiner und seiner unbelehrbaren Anhänger sprechen Kinderärzte dieser Tage stattdessen von einer „Europameisterschaft der Masern“. (Ärzte im Netz)
In der Schweiz erkrankten seit Jahresbeginn etwa 1000 Menschen an Masern (überwiegend Kinder zwischen 5 und 14 Jahren), im Süden Deutschlands etwa hundert und in Österreich ca. 180 (bei derzeit weiterer Verbreitung). Die Lehrer der Salzburger Rudolf-Steiner Schule, von der in Österreich die Masern verbreitet wurden, sehen sich außerhalb jeder Verantwortung. Es sei eben eine freie Entscheidung der Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen (wie allgemein üblich) oder das zu unterlassen (wie von den Anthroposophen praktiziert). (Die Presse, 4.4.2008) Mediziner sehen das etwas anders:
„Es ist zu bedenken, dass ich indirekt auch andere Menschen gefährde, wenn ich mein Kind nicht gegen Masern impfen lasse. Zudem besteht ein Recht des Kindes auf optimale Fürsorge. Kindern Impfungen zu verweigern, deren Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist, ist mangelnde Fürsorge.“ (Michael Kunze)
Anthroposophie trägt keine Schuld, Eltern entscheiden ganz individuell, proklamiert auch Rainald Grugger, Sprecher der Schulleitung jener Salzburger Rudolf-Steiner-Schule, durch deren kollektiver Impfverweigerung die Epidemie in Österreich hervorgerufen wurde. (ORF, 2.4.2008)
Die vermeintlich individuellen Impfentscheidungen sind in den angeblich „undogmatischen“ Waldorfschulen/Rudolf-Steiner-Schulen ein weitgehend einheitliches Votum zugunsten kruder Esoterik anstelle der Gesundheit. Justiziabel wäre auf jeden Fall eine falsche/unzureichende „medizinische“ Beratung, die den Eltern einseitig nahelegt, dass Kinderkrankheiten gar kein Problem seien, Impfungen hingegen geradezu gefährlich wären. In dieser Richtung ermittelt derzeit auch die Österreichische Staatsanwaltschaft gegen den Arzt der Salzburger Waldorfschule, dem außerdem eine Zulassung als Schularzt fehlte. (Die Presse, 3.4.2008)
Warum der Erreger sich in der Steiner-Schule so schnell und weit verbreiteten konnte, erklärt sich aus dem mangelnden Impfschutz der Anthroposophen-Kinder. Die Impfrate an Waldorf-/Rudolf-Steiner-Schulen liegt bei knapp 20 Prozent, an staatlichen Schulen beträgt sie dagegen über 90 Prozent. Wie das Virus in die Salzburger Schule gelangte, ist noch nicht klar. Die Ermittlungsbehörden vermuteten zunächst, es könnte eine sogenannte „Masern-Party“ veranstaltet worden sein. Bei derartigen Geselligkeiten werden infizierte Kinder absichtlich mit gesunden zusammengebracht, damit alle der Segnungen einer gefährlichen Fiebererkrankung teilhaftig werden. In einem solchen Fall ginge es nicht um fahrlässige, sondern um vorsätzliche Krankheitsverbreitung/Körperverletzung.
Inzwischen gilt es eher als wahrscheinlich, dass ein auswärtiges Orchester bei einer Gastaufführung das Virus in die Schule mitbrachte. Allerdings handelte es sich dabei wiederum um musizierende Schüler einer Rudolf-Steiner-Schule aus dem Basler Raum, wie der Sprecher der Schulleitung, Rainald Grugger, einräumte. Für diese Annahme spricht auch, dass das Salzburger Masern-Virus identisch ist (derselbe Serotyp ) mit jenem, das in der Schweiz grassiert. Sicher ist: Die Krankheit wird von einer anthroposophischen Einrichtung zur nächsten verbreitet, in diesem Fall vermutlich in konzertantem Rahmen. (Vgl. Eurosurveillance) Das hochgradig infektiöse Virus befällt jedoch nicht nur die anthroposophisch-sozialdarwinistischen Krankheitsliebhaber, sondern gefährdet auch jene, die von Rudolf Steiners Hellseherei nichts wissen und gewiss lieber gesund bleiben würden. Hierzu zählen insbesondere Kleinkinder, die nicht geimpft werden können und extrem gefährdet sind.
Die Waldorf/Rudolf-Steiner-Schulen legen den Eltern ihrer Schüler im Einklang mit dem anthroposophischen Schriftgut wieder und wieder dar, Masern seien harmlos und Impfungen führten nur zu Allergien und schwachen Persönlichkeiten. Derzeit beteuern die Sprecher der anthroposophischen Schulen und ihre Ärzte allerdings öffentlich, niemals von Impfungen abgeraten zu haben, während sich die ideologisch gefestigten Eltern standhaft den Impfapellen der Behörden widersetzen. Den Gesundheitsämtern bleibt somit vorerst nur die paradoxe Möglichkeit, durch flächendeckende Impfaktionen rund um die anthroposophischen Infektionsherde herum die Krankheit wieder einzudämmen, die von den staatlich finanzierten Schulen esoterisch-fundamentalistischer Prägung länderübergreifend verbreitet wird.
Anthroposophische „Ärzte“ handeln vorsätzlich
Unabhängig davon, wie das in diesem Fall juristisch zu bewerten sein wird, handeln die Anthroposophen und Ihre „Ärzte“ prinzipiell vorsätzlich, nämlich streng nach den okkulten Vorschriften Rudolf Steiners. So werden Schwerstkranke mit „Mistel-Therapien“, „Heileurythmie“ und anderen „spirituellen“ Methoden „behandelt“ und von der „materialistischen“ Medizin ferngehalten. Die geht schließlich aus anthroposophischer Sicht von vollkommen falschen Voraussetzungen aus. Eine Krebserkrankung erklären die anthroposophischen „Fachleute“ so:
„Krebs entsteht dann, wenn das ‚ich‘ aus einem biographischen schicksalhaften Grund (Karma, der Verf.) die Fähigkeit zur Integration von stofflichen, biologischen und psychischen Vorgängen und Belastungen verloren hat...“ (Anthroposophische Medizin, hrsg. von Michaela Glöckler u.a., Stuttgart 1993, S. 121)
Der Patient muss leiden und ggf. eben auch sterben. Der Öffentlichkeit wird diese Haltung als karitatives Engagement verkauft. Spätestens wenn Rudolf Steiners Rassismus zur Sprache kommt, verweisen die Anthroposophen gern auf ihre doch so überaus humanen „Praxisfelder“, in denen die Anthroposophen jedoch nichts anderes „leisten“ als die Wahnideen Rudolf Steiners auch praktisch umzusetzen.
Hier handelt es sich prinzipiell nicht um fahrlässige Unbedarftheit. Sofern ein ausgebildeter Mediziner sich dazu entscheidet, anthroposophischer Druiden-Heiler zu werden und seine Patienten nicht nach dem Stand der Wissenschaft, sondern gemäß den haltlosen Phrasen Rudolf Steiners zu behandeln, geschieht dies selbstverständlich vorsätzlich. Es wäre in jedem Fall zu begrüßen, wenn die zuständigen staatlichen Aufsichts- und Ermittlungsbehörden endlich einmal die sogenannten „Praxisfelder“ der anthroposophischen Organisation begutachten würden. Immerhin waren sich die österreichischen Behörden im Falle der Masern-Epidemie doch alles andere als im Unklaren über deren Ursache, obwohl doch Waldorf/Rudolf-Steiner-Schulen offiziell nur eine besondere pädagogische Methode anwenden und nicht etwa die Tollhäuser menschenverachtender Heilslehren des letzten Jahrhunderts sind.
In Ihrem „Einspruch“ gegenüber der Wiener Zeitung forderte der österreichische Landesverband der Anthroposophen, dass vor allem der
„Respekt vor den Menschen, die in diesen (anthroposophischen, der Verf.) Einrichtungen tätig sind“ (Wiener Zeitung, 7.4.2008)

2 Kommentare:
Sehr schoene Zusammenfassung - danke - werde ich wohl haeufiger verlinken.
Die Anthroposophen-Sekte opfert Menschenleben auf dem Altar ihres durchgeknallten Gurus - verhindert Impfungen gegen Masern.
Politisch korrekt vom Deutschlandradio dokumentiert - man möchte ja der einflussreichen Anthro-Lobby nicht zu hart auf die Füsse treten - Interview mit Rainhard Burger, Robert Koch Institut (RKI):
"Burger: »Masern ist ja nur eine von elf oder zwölf Impfungen, die empfohlen werden. Diese Tendenz, die zweiten oder dritten Impfungen nicht mehr vorzunehmen, das ist schon eine generelle Haltung bis hin zu bewusster Ablehnung von Impfungen, wo also Eltern oder auch sogar Kinderärzte, anthroposophisch eingestellte Kinderärzte, Impfungen nicht durchführen mit der Begründung, der Körper müsste sich mit der natürlichen Infektion auseinandersetzen. Dabei wird doch übersehen, dass halt die Folgen dieser Kinderkrankheiten zum Teil sehr schwer sind, wie gesagt bis hin zu Todesfällen.«
Klein: »Lassen Sie denn die Argumente der Impfkritiker, sage ich jetzt mal, die ihren Kindern also nicht allzu viele unnötige oder vermutet unnötige Impfungen zumuten wollen, gar nicht gelten?«
Burger: »Bei einer mit gewissem Abstand rationalen Betrachtung kann ich diese Argumente nicht nachvollziehen. Ich empfinde es im Gegenteil als Pflicht aus der Verantwortung der Eltern, die Impfung den Kindern nicht vorzuenthalten.«"
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/929495/
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