Dienstag, 11. März 2008

Integrale Öffentlichkeitsarbeit

Die außerordentliche Qualität anthroposophischer Verlautbarungen

1. Ergänzung zu dem Artikel Hottentotten und Melancholiker:



„Weitere Informationen folgen“, verkündete die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung zu ihrer Sperrung der Volltextsuche der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe (GA) im Internet. Diese „weiteren Informationen“ beschränken sich nun auf den zeitlichen Rahmen der Maßnahme:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass die GA-Volltextsuche auf dem Internet wegen krimineller Attacken bis auf weiteres - sicher bis Anfang Sommer - nicht zugänglich ist. Wir erarbeiten ein neues Konzept und bitten Sie um Geduld und Verständnis.“ (GA-Volltextsuche) *

An der Sprachregelung, Ursache des Unterfangens seien „kriminelle Attacken“, möchten die Nachlassverwalter gerne festhalten. Schließlich sind damit aus ihrer Sicht alle Fragen beantwortetet, zumindest für die gläubige Gemeinde der Steiner-Adepten.

Mit der Realität hat das wie gewohnt nicht allzu viel zu tun. Nachdem die Nachlassverwalter höchstselbst zunächst nur das manuelle Login öffentlich deaktiviert hatten, wurde nun von ihnen die Volltextsuche vollständig unzugänglich gemacht. Bezüglich ihrer tatsächlichen Motive und Planungen halten sich die Strategen lieber bedeckt.

Handlungsbedarf war freilich gegeben. Schließlich kann es nicht angehen, dass Anthroposophen wie deren Kritiker gleichermaßen nachschlagen, was Rudolf Steiner tatsächlich geschrieben hat, im Unterschied zu den gängigen „Überlieferungen“ Lorenzo Ravaglis und anderer „Medienschaffender“ anthroposophischer Provenienz. (Vgl. Falsche Propheten)

Bis zum Sommer soll auch die interne Diskussion um das "Memorandum zum Rassismus-Verdacht gegenüber Steiner" (Info3) geführt werden. Natürlich lässt sich darüber viel leichter reden, wenn gleichzeitig die Volltextsuche der Steiner-Werke im Internet gesschlossen wird.

Waren es also „kriminelle Attacken“, die zur vorläufigen Stillegung der Volltextsuche führten? Das ist vielleicht doch etwas hart formuliert, vor allem aber ein wenig missverständlich. Die Leser könnten meinen, selbige seien „von außen“ erfolgt, anstatt von jenen, die zugleich diese schöne Formulierung ersannen.

Mit welch phantasievollen Methoden nicht nur die Öffentlichkeit, sondern insbesondere auch die eigene Anhängerschaft an der Nase herumgeführt wird, zeigt erneut der Beitrag "Anthroposophischer Journalismus".



2. Ergänzung zum Artikel Anthroposophischer Journalismus:


Inzwischen haben Michael Mentzel von den „Themen der Zeit“ (TDZ) und Cornelie Unger Leistner nebst ihres "Chefredakteurs", Christian von Arnim, von „News Network Anthroposophy“ (NNA) konsequent darauf reagiert, dass ihre Schwindeleien aufgeflogen sind. Michael Mentzel verliert darüber kein Wort und Cornelie Unger-Leistner bekundet gemeinsam mit Christian von Arnim freimütig:

„NNA ist keine Meinungsseite, sondern eine Nachrichtenagentur, die nach professionellen Kriterien arbeitet. Falls die Chefredaktion auf Fehler in der Berichterstattung aufmerksam gemacht wird, die im Tagesbetrieb passiert sind, erfolgt umgehend eine Berichtigung.“ (NNA)

Die „Journalisten“ von NNA haben fraglos Humor. Unterläuft es ihrer „Nachrichtenagentur“ doch im „Tagesbetrieb“ bisweilen, dass die hauseigenen Meldungen nicht nur den einen oder anderen Tippfehler aufweisen, sondern höchst professionell und routiniert zur Gänze inhaltlich selber erdacht werden.

Wer derart kreativ zu Werke geht, der versteht natürlich auch unter einer „umgehend“ erfolgenden „Berichtigung“ nichts anderes als das nochmalige Unterstreichen der eigenen Erfindungen. Auf diesem Gebiet dürfen die Anthroposophen mit Recht von sich behaupten, nicht einmal von Gazetten mit sehr großen Buchstaben auch nur annähernd erreicht zu werden. Die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung möchte sich diesbezüglich ebenfalls nicht lumpen lassen. (s.o.)

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* Infolge dieses Artikel hat die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung den Wortlaut ihrer einfältigen Begründung hinsichtlich der Deaktivierung der GA-Volltextsuche erneut verändert. Vgl. Der dritte Mann