Kritik verboten
Rudolf Steiners Weltsicht und Erklärungsanspruch ist „ganzheitlich“ - zeitlos, grenzenlos und maßlos.
Wird Steiner kritisiert, geht es daher in den Augen seiner Anhänger stets ums Ganze.
Da dieses Ganze aus anthroposophischer Sicht das Gute ist und allenfalls einige weniger schön formulierte Aspekte birgt, repräsentiert Kritik daran folgerichtig das Böse. Es stellt sich dann weniger die Frage nach der Qualität des Arguments, sondern vielmehr nach der Intention und der Person des Kritikers, wobei die Antwort aufgrund vorgängiger Evidenz nur negativ ausfallen kann.
Die aus dieser Sicht sich als Kritik tarnende Niedertracht wird gemeinhin unmittelbar als Folge politisch links gerichteter Gesinnung gedeutet. Das scheint aus anthroposophischer Perspektive klar und naheliegend zu sein. Unheimlich wird es allerdings manchem Anthroposophen, wenn Rudolf Steiner nicht Kritik, sondern Sympathien entgegengebracht werden, von ganz anderer Seite, nämlich von der extremen Rechten.
Begriffe wie „kontroverse Diskussion“ oder „Streitgespräch“ sind dem anthroposophischen Wortschatz fremd. Argumente gegen die Anthroposophie werden grundsätzlich als „Angriffe“ auf dieselbe verstanden. (Vgl. auch Andreas Speit)
Anthroposophen wundern sich, wieso überhaupt Kritik an ihrer Ideologie „von außen“, von außerhalb der „Bewegung“, geübt wird. Bezogen auf andere Weltanschauungen, dürfte das auch für Anthroposophen selbstverständlich sein. Zumindest ist nicht erkennbar, dass sie der Ansicht wären, dass prinzipiell schädlich und illegitim sei, was eine unzweifelhafte Tatsache ist: Kritik an der SPD darf nicht nur von Sozialdemokraten berechtigt vorgetragen werden, die katholische Kirche muss damit leben, dass auch Andersgläubige eine Meinung zu dieser Konfession haben, Scientology wird nicht unbedingt von den eigenen Mitgliedern am treffensten beurteilt und für die Zustände an der Rütli-Schule sind nicht die Journalisten verantwortlich, die darüber berichten ...
Für Anthroposophen gibt es nur eine Reaktion auf Kritik: Sie soll mit allen erdenklichen Mitteln zum Schweigen gebracht werden. (Einschüchterung auf Waldorf-Art)
Die Anthroposophie beansprucht für sich einen Sonderstatus, der allen Nicht-Anthroposophen jegliche Informationserlaubnis und Beurteilungskompetenz abspricht. Der absurde Anspruch resultiert unter anderem aus dem „geheimwissenschaftlichen“ Konzept, dem elitären Selbstverständnis und der Differenz von intern gepflegten Überzeugungen zu den öffentlichen Bekundungen. (vgl. Zum Geleit)
Rudolf Steiners Weltsicht und Erklärungsanspruch ist „ganzheitlich“ - zeitlos, grenzenlos und maßlos.
Wird Steiner kritisiert, geht es daher in den Augen seiner Anhänger stets ums Ganze.
Da dieses Ganze aus anthroposophischer Sicht das Gute ist und allenfalls einige weniger schön formulierte Aspekte birgt, repräsentiert Kritik daran folgerichtig das Böse. Es stellt sich dann weniger die Frage nach der Qualität des Arguments, sondern vielmehr nach der Intention und der Person des Kritikers, wobei die Antwort aufgrund vorgängiger Evidenz nur negativ ausfallen kann.
Die aus dieser Sicht sich als Kritik tarnende Niedertracht wird gemeinhin unmittelbar als Folge politisch links gerichteter Gesinnung gedeutet. Das scheint aus anthroposophischer Perspektive klar und naheliegend zu sein. Unheimlich wird es allerdings manchem Anthroposophen, wenn Rudolf Steiner nicht Kritik, sondern Sympathien entgegengebracht werden, von ganz anderer Seite, nämlich von der extremen Rechten.
Begriffe wie „kontroverse Diskussion“ oder „Streitgespräch“ sind dem anthroposophischen Wortschatz fremd. Argumente gegen die Anthroposophie werden grundsätzlich als „Angriffe“ auf dieselbe verstanden. (Vgl. auch Andreas Speit)
Anthroposophen wundern sich, wieso überhaupt Kritik an ihrer Ideologie „von außen“, von außerhalb der „Bewegung“, geübt wird. Bezogen auf andere Weltanschauungen, dürfte das auch für Anthroposophen selbstverständlich sein. Zumindest ist nicht erkennbar, dass sie der Ansicht wären, dass prinzipiell schädlich und illegitim sei, was eine unzweifelhafte Tatsache ist: Kritik an der SPD darf nicht nur von Sozialdemokraten berechtigt vorgetragen werden, die katholische Kirche muss damit leben, dass auch Andersgläubige eine Meinung zu dieser Konfession haben, Scientology wird nicht unbedingt von den eigenen Mitgliedern am treffensten beurteilt und für die Zustände an der Rütli-Schule sind nicht die Journalisten verantwortlich, die darüber berichten ...
Für Anthroposophen gibt es nur eine Reaktion auf Kritik: Sie soll mit allen erdenklichen Mitteln zum Schweigen gebracht werden. (Einschüchterung auf Waldorf-Art)
Die Anthroposophie beansprucht für sich einen Sonderstatus, der allen Nicht-Anthroposophen jegliche Informationserlaubnis und Beurteilungskompetenz abspricht. Der absurde Anspruch resultiert unter anderem aus dem „geheimwissenschaftlichen“ Konzept, dem elitären Selbstverständnis und der Differenz von intern gepflegten Überzeugungen zu den öffentlichen Bekundungen. (vgl. Zum Geleit)
Eine solche Haltung und Praxis entbehrt hinsichtlich des Schulwesens nicht nur der Legitimität, sondern auch der Legalität.
Insofern ist es richtig: Es geht ums Ganze.
1 Kommentare:
Ich habe diese blog-entry ins english uebersetzt und habe sie auf der Yahoo Gruppe Waldorf-critics gepostet.
http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/5462
Sie koennen mich e-mail hier schicken:
Tombuoyed@aol.com
Tom Mellett
Los Angeles, CA
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